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Der Gröberner Waldelefant

Der Waldelefant und seine Geschichte

Der Gröberner Waldelefant ist ein ganz besonderer Bestandteil des See- und Waldresorts Gröbern. Im Logo, im Namen unseres Restaurants sowie als Nachbildung vor dem See-Hotel findet sich der Gröberner Waldelefant hier wieder. Das Tier graste wahrscheinlich schon vor tausenden von Jahren an der Stelle, an der heute das See- und Waldresort Gröbern steht. Bei Arbeiten am Braunkohletagebau im Jahr 1987 wurden unweit des heutigen Geländes des See- und Waldresorts Gröbern die Überreste eines europäischen Waldelefanten gefunden.

Der europäische Waldelefant

Letztmalig wanderte diese exotische Tierart in der Eem-Warmzeit, der letzten großen Warmzeit innerhalb des quartären Zeitalters in Mitteleuropa ein. Vor 125 Tausend Jahren bis 110 Tsd. Jahren breiteten sich neben dem Waldelefanten Flusspferde, Wald- und Steppennashorn, Bison, Wisent, Wasserbüffel sowie Löwen, Leoparden und die Sumpfschildkröte in unserem Territorium aus.

Die europäischen Waldelefanten bevorzugten vor allem Landschaften mit viel Grün und Laubwälder. Ein Bulle wurde etwa 4 m groß und 6 bis 11 Tonnen schwer, Kühe nur bis zu 3m groß und maximal 6 Tonnen schwer. Damit gehört der Europäische Waldelefant zu den größten Rüsseltieren, die jemals auf der Erde lebten.

Der Fund des Gröberner Waldelefanten

See- und Waldresort Gröbern Gröberner Waldelefant Ausgrabung
Grabungssituation Juni 1987 © Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Thomas Weber

Der im mitteldeutschen Raum weit verbreitete Braunkohleabbau schuf die Gelegenheit, die Geologie der jüngeren Erdgeschichte genauer zu studieren. Dabei wurden in verschiedenen Tagebauen im pleistozänen Deckgebirge auch häufig Säugetierreste freigelegt. Aus der Vorerkundung der Kohlelagerstätte um Gröbern war bekannt, dass Beckensedimente aus der Eem-Warmzeit im Deckgebirge angeschnitten werden. Ein konkretes Beispiel dafür ist die spätere Freilegung eines fast vollständigen Waldelefantenskeletts im ehemaligen Tagebau Gröbern.

Im Juni 1987 gab es die Nachricht des Baggerfahrers im 1. Abraumschnitt, dass mittels des Schaufelrades des Gerätes eine Reihe großer Knochen in der Böschung freigelegt wurden. Geologen und Archäologen aus Bitterfeld und Halle wurden hinzugezogen. Nach einer ersten Begutachtung wurde beschlossen, den Wissenschaftlern drei Wochen Zeit zur Verfügung zu stellen, um das Befundbett des Waldelefanten eingehend zu untersuchen und die Skelettteile zu sichern. Nach der Prüfung der Knochen und der Durchführung paläobotanischer Untersuchungen datierte man den gefundenen Bullen auf etwa 115.000 Jahre, also etwa in die Mittlere Altsteinzeit oder die Eem-Warmzeit. Der Bulle war 4,20 m groß und etwa 30 bis 40 Jahre alt. Durch die ungeordnete Lage der Knochen sowie den sensationellen Fund von Feuersteinabschlägen in unmittelbarer Nähe der Überreste war den Fachleuten vor Ort schnell klar, dass es sich hier um einen von Menschen zerlegten Waldelefanten handelte.

Leben am Gröberner See

Die wissenschaftlichen Untersuchungen der Mitarbeiter des heutigen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt wiesen nach, dass sich das Tier unter ähnlichen klimatischen Verhältnissen bewegte, wie sie heute bei uns herrschen. Die Temperaturen lagen sogar noch etwas höher. Da das Individuum Mensch die natürliche Umwelt noch nicht wesentlich beeinflusste, stand ausreichend Nahrung für das Großwild zur Verfügung. Der nur sehr sporadisch auftretende Neandertaler aus dem Mittelpaläolithikum war auch der einzige natürliche Feind des Waldelefanten.

Das Skelett des Gröberner Waldelefanten lässt darauf schließen, dass er an einer schmerzhaften Knochenentzündung litt, sich deshalb von der Herde trennte und so ein einfacheres Ziel für seine Jäger bot. Ob das Tier eines natürlichen Todes starb, oder erlegt wurde, konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Um sich Linderung zu verschaffen, zog sich der Gröberner Waldelefant an eine seichte Stelle des Sees zurück, wo er starb und in sich zusammenfiel. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass nach Wasseranstieg die verbliebenen Knochen relativ schnell unter Luftabschluss gerieten und so nach 125 Tsd. Jahren noch relativ gut erhalten waren.

Die an der Fundstelle gesicherten Feuersteineartefakte belegen, dass Jäger das Tier nach seinem Tod zerlegten. Die Jäger gingen dabei sehr effizient ans Werk und nutzten Abschläge mit scharfen Kanten als Messer.

Ausstellungen zum Gröberner Waldelefanten

See- und Waldresort Gröbern Gröberner Waldelefant Ausstellung Meseum
Inszenierung im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle © Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Juraj Lipták

Mit den gesicherten Feuersteinartefakten und der damit nachgewiesenen Anwesenheit des Neandertalers zählt der Schlachtplatz von Gröbern zu den wenigen Fundpunkten in Mitteldeutschland, die Aussagen zur Entwicklung des Menschen in der Altsteinzeit (Paläolithikum) liefern können. Dies hatte zur Folge, dass der Schlachtplatz von Gröbern Bestandteil der Dauerausstellung im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle wurde.

Für die Mitglieder des Ferropolis Fördervereins e.V., die das Skelett des Waldelefanten wieder in das ehemalige Braunkohlerevier zurückholen und in der entstehenden Ausstellung zeigen wollten, bedeutete dies vorerst einen Rückschlag ihrer Bemühungen. Das Landesmuseum in Halle unterstützte jedoch die ehemaligen Bergleute mit einer Dauerleihgabe von drei großen Schautafeln zur Thematik Waldelefant von Gröbern. Zusätzlich kam dem Förderverein gewissermaßen der „Zahn der Zeit“ zu Hilfe.

See-und Waldresort Gröbern Befundbett Gröberner Waldelefant Ferropolis ©Förderverein Ferropolis
Befundbett des Gröberner Waldelefanten in Ferropolis ©Förderverein Ferropolis

Durch den starken Verfall der Knochen war es dem Landesmuseum nicht möglich, alle Skelettteile im Original auszustellen. Insbesondere von den großen Röhrenknochen mussten Nachbildungen angefertigt werden. Eine gemeinsame Vereinbarung zwischen dem Landesmuseum für Vorgeschichte, dem Präparator und dem Förderverein Ferropolis bildete die Grundlage für eine weitere Präsentation des Befundbettes des Gröberner Waldelefanten ganz in der Nähe des See- und Waldresorts Gröbern: in Ferropolis. Die Bemühungen um die Rückkehr des Waldelefanten wurden durch viele Einzelpersonen, Betriebe, Einrichtungen und Geldinstitute der Region finanziell unterstützt.

GEBURTSTAGSPARTY MIT DEM WALDELEFANTEN

Feiern Sie mit uns am 24.06.2017 das 30. Jubiläum des Fundes des Gröberner Waldelefanten und seien Sie dabei, wenn unser Waldelefant getauft wird!

DANKE

Wir bedanken uns herzlich für die Unterstützung und die Bereitstellung des Materials zum Gröberner Waldelefanten beim Förderverein Ferropolis und dem Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle.

» zur Website des Landesmuseums für Vorgeschichte
» zur den Seiten des Museums in Ferropolis

KONTAKT

See- und Waldresort Gröbern
Alte Chausseestraße 1
06774 Muldestausee
Tel.: +49 34955 230 000
info@seeresort-groebern.de